Für Coaches
Warum niemand nach „Coach“ sucht und wie du deine Website so aufbaust, dass die richtigen Menschen dich bei Google finden. Mit Hinweisen für Coaches in Österreich.
Du hast eine fundierte Ausbildung, deine Klient:innen gehen gestärkt aus den Einheiten, und wer dich einmal erlebt hat, empfiehlt dich weiter. Trotzdem kommt über deine Website kaum eine Anfrage. Und wenn doch, passt sie oft nicht.
Kennst du das?
… Du hast die Website mit viel Liebe gebaut, aber Google scheint sie nicht zu kennen.
… Du postest auf LinkedIn oder Instagram, weil man das eben so macht, und es kostet dich mehr Kraft als jede Einheit.
… Die Anfragen, die kommen, wollen alles für wenig Geld und am besten sofort.
Ich kenne das gut. Ich habe selbst lange gebraucht, um in einem Satz zu sagen, was ich eigentlich mache. Lehrerin, Psychologie-Studium, Schreiben, Zeichnen, irgendwo dazwischen. Und ich weiß seitdem: Solange dieser Satz fehlt, hilft auch die beste Technik nichts.
Genau hier setzt SEO für Coaches an, und zwar früher, als die meisten denken.

Auf vielen Coaching-Websites steht ein Satz wie „Ich begleite Menschen in Veränderungsprozessen“. Er klingt schön, und er ist nicht falsch. Gesucht hat ihn noch nie jemand.
Gesucht wird „Coaching nach Burnout“, „Führungskräfte-Coaching Innsbruck“ oder „Hilfe bei der Entscheidung für einen neuen Job“. Menschen tippen ihr Problem ein, nicht deine Berufsbezeichnung. Wenn deine Seite dieses Problem nicht beim Namen nennt, kann Google dich nicht zuordnen.
Der erste Schritt ist deshalb keiner bei Google, sondern einer bei dir. Ein guter Einstieg ist die Frage, was deine perfekte Klientin bei Google eingeben würde, bevor sie dich findet. Wer ist sie, was beschäftigt sie, in welchem Moment sucht sie?
An dieser Frage hängt mehr, als man denkt. Jede:r Selbstständige kennt die Anfragen, die einfach nicht passen: Alles soll billig sein, die Laune ist schon im ersten Mail schlecht, die Ansprüche sind hoch, und selbst beitragen will niemand etwas.
Das ist selten Pech. Oft liegt es an deiner Botschaft, oder daran, dass es keine klare gibt. Wer niemanden ausschließt, zieht alle an, auch die Falschen.
Aus der Businesssprache kommt dafür das Wort Nische. Es passt auch hier. Eine Nische grenzt dich ein, und genau das macht es dir leichter: leichter zu schreiben, leichter gefunden zu werden, leichter weiterempfohlen zu werden. Zwei Fragen helfen beim Eingrenzen:
Wo sich beides überschneidet, liegt meistens deine Nische.
„People don’t buy what you do; they buy why you do it.“ Simon Sinek
Wie so oft im Leben ist das in erster Linie ein Definitionsproblem. Solange du es nicht gelöst hast, hilft dir kein SEO der Welt.
Damit bist du schon mitten in der Suchmaschinenoptimierung für deine Coaching-Website, bei den Keywords, auf Deutsch: Suchbegriffen. Gemeint sind die Worte, die deine Wunschklientin bei Google eintippt oder einer KI wie ChatGPT stellt, wenn sie Antworten oder Hilfe sucht.
Grob gibt es drei Arten, wie nach Coaching gesucht wird:
Jede dieser Arten braucht auf deiner Website einen eigenen Platz. Dazu gleich mehr.
Ganz so einfach ist die Auswahl allerdings nicht. Die Begriffe mit den meisten Suchen sind oft nicht die, die du brauchst. Manche sind so umkämpft, dass eine kleine Website dort praktisch keine Chance hat. Andere klingen passend, aber dahinter suchen Menschen etwas ganz anderes: Wer „SEO Coaching“ eintippt, will SEO lernen und sucht keinen Coach.

Wenn du bei diesem Schritt Hilfe brauchst, melde dich gern. Herauszufinden, welche Begriffe zu dir passen und welche nur so aussehen, ist ein großer Teil meiner Arbeit.
Die besten Suchbegriffe stehen meistens schon in deinem Posteingang.
Welche Worte deine Wunsch-Klient:innen tatsächlich bei Google eingeben — und wo auf deiner Seite sie hingehören. Zugeschnitten auf Therapeut:innen, Coaches und Berater:innen im DACH-Raum.
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Wenn auf einer Seite Einzelcoaching, Teamentwicklung, Workshops und ein Online-Kurs stehen, weiß Google nicht, wofür es dich zeigen soll. Zu viele Informationen, die in unterschiedliche Richtungen gehen, verwirren Suchmaschinen und KI gleichermaßen. Und was sie nicht eindeutig zuordnen können, stufen sie sicherheitshalber weiter hinten ein.
Beim Schreiben deiner Seite gilt deshalb vor allem eines: Fokus.
„The essence of strategy is choosing what not to do.“ Michael Porter
Bevor du schreibst, überleg dir den Aufbau. Das ist bereits ein großer Teil der Strategie, und ehrlich gesagt der Teil, der mir am meisten Spaß macht. Stell dir dafür deine perfekte Klientin vor, wie sie auf deiner Seite landet:
… Welche Informationen braucht sie zuerst?
… Was muss sie lesen, um dir zu vertrauen?
… Wohin möchte sie als Nächstes klicken?
Der Aufbau soll einfach sein. Verschachtelte Menüs mit drei Ebenen helfen niemandem. Verständlich und logisch reicht völlig.

Als Faustregel: Wichtige Teile deines Angebots und Suchbegriffe mit vielen Suchen bekommen eine eigene Seite. Kleinere Suchbegriffe reichen oft für einen Blogbeitrag, der dann auf das passende Angebot weiterführt.
Im Marketing gibt es dafür ein eigenes Wort, das ich nicht besonders mag. Die Idee dahinter ist aber gut: Nicht jede Besucherin ist gleich weit. Manche haben gerade erst gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Andere wissen genau, was sie wollen, und suchen nur noch die richtige Person. Deine Website kann beide abholen, mit verschiedenen Seiten:

Die wichtigste Regel dabei: Jede Seite hat genau einen nächsten Schritt. Wer am Ende eines Beitrags fünf Links zur Auswahl hat, klickt meistens keinen.
Eine Seite, ein Thema, ein nächster Schritt.
Ob dein Google-Profil oder deine Themenseiten wichtiger sind, hängt davon ab, wo du coachst.
Wenn du vor Ort coachst, suchen viele Menschen mit Ort: „Coaching Innsbruck“, „Business Coach in meiner Nähe“. Google zeigt dann ganz oben eine Kartenbox mit Einträgen, noch vor den Websites. Da hineinzukommen kostet dich nichts außer einer Stunde Zeit:

Dazu kommen Bewertungen. Sie wiegen schwer, bei Google und bei Menschen. Viele Coaches tun sich mit dem Fragen schwer, weil es sich nach Betteln anfühlt.
Es geht leichter, wenn du es zum Teil des Abschlusses machst: Nach der letzten Einheit, wenn jemand sagt, dass es geholfen hat, fragst du, ob sie das in zwei Sätzen auch anderen sagen würde. Mit dem Link direkt im Mail danach.
Nicht jede:r möchte öffentlich zeigen, dass sie im Coaching war, und das ist völlig in Ordnung. Frag die, bei denen du spürst, dass sie es gern tun.
Wenn du nur online coachst, fällt der Ort als Hebel weg. Dann tragen deine Themenseiten die ganze Last. Umso wichtiger ist eine klare Nische: „Online-Coaching“ allein ist hoffnungslos umkämpft, „Online-Coaching für Lehrerinnen vor dem Wiedereinstieg“ nicht.
Wenn du vor Ort coachst und heute nur eine Sache machst, dann leg dein Google-Profil an.

Coaching ist, ähnlich wie Therapie, ein heikles Kapitel. Wer sich meldet, erzählt einem fremden Menschen von Unsicherheiten, Krisen, Wendepunkten. Dafür braucht es Vertrauen, und Vertrauen über das Internet aufzubauen ist ein Drahtseilakt. Die einzelnen Bauteile deiner Seite müssen zusammenpassen und stimmig wirken: der Ton, die Fotos, die Angaben zu deiner Ausbildung, die Stimmen deiner Klient:innen.
Dazu kommt ein Punkt, der Coaches härter trifft als viele andere: „Coach“ darf sich in Österreich jede:r nennen. Menschen wissen das, und Google weiß es auch.
Google beurteilt Seiten zu Gesundheit, Geld und Wohlbefinden besonders streng. Dafür gibt es einen eigenen Begriff: „Your Money or Your Life“, weil diese Themen das Leben von Menschen berühren. Coaching zu Burnout, Krisen oder Lebensentscheidungen fällt eher darunter als ein Kommunikationstraining für Vertriebsteams.
Für solche Seiten will Google sehen, dass eine echte, qualifizierte Person dahintersteht. In Googles Sprache heißt das E-E-A-T: Erfahrung, Expertise, Autorität, Vertrauen. KI-Antworten stützen sich oft auf genau die Quellen, denen Google vertraut.
Was das konkret heißt:
Gerade weil der Titel nicht geschützt ist, muss deine Seite zeigen, was dich unterscheidet.

Ein Link von einer anderen Website auf deine ist wie eine Empfehlung, nur dass diesmal Google zuhört. Je mehr vertrauenswürdige Seiten auf dich verweisen, desto eher hält Google deine Seite für relevant und zeigt sie weiter oben.
2026 ist das nicht mehr ganz dasselbe Spiel wie vor einigen Jahren. Links wiegen weniger als früher, und Relevanz schlägt Menge: Ein Link von deinem Berufsverband zählt mehr als zehn von Seiten, die mit Coaching nichts zu tun haben. Ein wichtiges Signal sind sie trotzdem, gerade für neue Websites.
So kommst du zu guten Links:
Und dann: Geduld. SEO ist ein Spiel auf Zeit. Fünf neue Links in einem Monat schieben deine Seite nicht plötzlich nach vorne. Es geht darum, über einen längeren Zeitraum Vertrauen aufzubauen und deine Position Stück für Stück zu verankern.
Diesen Abschnitt wirst du in kaum einem SEO-Ratgeber finden, weil die meisten aus Deutschland kommen. Für Coaches in Österreich ist er aber wichtig, denn er entscheidet mit, welche Suchbegriffe für dich überhaupt in Frage kommen.
„Coach“ ist in Österreich kein geschützter Titel. Wer Coaching gegen Honorar anbietet, braucht aber eine Gewerbeberechtigung. Welche, hängt vom Inhalt ab:
Wo genau die Grenze verläuft, klärt im Einzelfall die Wirtschaftskammer.
Dazu kommt eine zweite Grenze: Diagnosen und die Arbeit mit psychischen Erkrankungen sind Psychotherapie und klinischer Psychologie vorbehalten. Lebens- und Sozialberater:innen dürfen „psychologische Beratung“ anbieten, aber nur für psychisch gesunde Menschen, und es muss klar erkennbar sein, dass es sich um Lebens- und Sozialberatung handelt.
Die Standes- und Ausübungsregeln verlangen außerdem, auf unsachliche oder unwahre Angaben zu verzichten und die Berufsbezeichnung nicht mit berufsfremden Zusätzen zu verbinden.
Was das für deine Suchbegriffe heißt: Begriffe wie „Burnout behandeln“, „Therapie“ oder „heilen“ gehören nicht auf eine Coaching-Seite, auch wenn sie viele Suchen haben. Du würdest damit Menschen anziehen, denen du gar nicht helfen darfst. Formulierungen wie „Burnout vorbeugen“ oder „Coaching bei Erschöpfung im Job“ beschreiben dagegen, was du tatsächlich anbietest.
Kein Suchbegriff ist es wert, dass du damit etwas versprichst, das du nicht halten darfst.
Das ist ein Überblick, keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu deiner Berechtigung ist die Wirtschaftskammer die richtige Adresse.
Nicht sofort. Zuerst müssen deine Angebotsseiten stimmen, sonst führt jeder Blogbeitrag ins Leere.
Danach ist ein Blog aber ein echter Vorteil, und für Coaches ganz besonders. Google und KI-Systeme wünschen sich genau das: eine Expertin, die aus ihrer Erfahrung schreibt. Das ist das erste E in E-E-A-T. Und kaum jemand kann das so gut wie Coaches, die jeden Tag zuhören, nachfragen und Muster erkennen.
Jeder Beitrag ist außerdem eine weitere Tür zu deiner Seite. Eine Frage, die du gut beantwortest, kann über Jahre Menschen zu dir bringen. Damit sie wiederkommen, braucht es allerdings noch einen Weg zurück, am einfachsten einen Newsletter.
Ein guter Beitrag erfüllt drei Bedingungen:
Zwei Beispiele: „Woran merke ich, dass ich einen Coach brauche und keine Therapie?“ oder „Wie bereite ich mich auf ein schwieriges Mitarbeitergespräch vor?“
Ein guter Beitrag ist eine Antwort, die du sonst im Erstgespräch gibst. Nur eben für alle.
Über Design reden alle. Über das, was darunter läuft, kaum jemand. Programmieren musst du nichts, aber diese drei Dinge sollten sitzen:
Ein Wort zu Baukästen wie Wix, Jimdo oder Squarespace: Die Grundlagen schaffen sie heute gut. Du stößt aber schnell an Grenzen, bei der Ladezeit, beim Aufbau, spätestens beim Umzug. Wie so oft bekommt man ungefähr das, was man investiert.
Eine eigene Website, über die du die volle Kontrolle hast, ist viel wert. Ich würde deshalb meistens zu WordPress raten, oder, wenn du technisch versiert bist, zu einem System wie Hugo. Der Grund ist einfach: Die Seite gehört dir und hängt nicht davon ab, was ein Anbieter beim nächsten Update entscheidet.
Ja. Ich habe zwei Seiten ohne einen einzigen Post zum Laufen gebracht.
Deine Website ist die Basis, die auch dann arbeitet, wenn du drei Monate nichts postest. LinkedIn oder Instagram können sie ergänzen, wenn du sie gern machst. Ersetzen können sie sie nicht: Ein Post ist nach zwei Tagen verschwunden, eine gute Seite wird über Jahre gefunden.
Über Nacht passiert das allerdings nicht. Erste Bewegung siehst du meist nach drei Monaten, verlässlich wird es nach sechs bis zwölf.
Immer mehr Menschen fragen ChatGPT, Perplexity oder lesen die KI-Antwort, die Google inzwischen ganz oben zeigt. „Wie finde ich einen guten Coach für meine berufliche Neuorientierung?“, und die KI fasst zusammen, statt zehn Links anzubieten.
Klingt nach einer neuen Baustelle. Ist es kaum. Diese Systeme bevorzugen, worauf diese ganze Seite hinausläuft: klare Antworten auf echte Fragen, von einer erkennbar qualifizierten Person.
Ein kleiner Selbsttest: Stell die typische Frage deiner Klient:innen in eine KI, die im Web sucht. Wirst du erwähnt? Wenn nicht: Wer wird genannt, und was macht deren Seite anders?
Über das Google-Unternehmensprofil oft schon nach ein paar Wochen. Über die Website eher drei bis sechs Monate, verlässlich nach sechs bis zwölf. SEO ist kein Schalter, sondern etwas, das langsam und dafür dauerhaft wächst.
Am besten in der kostenlosen Google Search Console. Dort siehst du, bei welchen Suchbegriffen deine Seite angezeigt wird und wie oft jemand klickt. Und frag bei jeder Anfrage nach, wie sie dich gefunden hat. Das sagt oft mehr als jede Zahl.
Ja. Für den Anfang sind ein paar klare Seiten wichtiger als ein Blog, der nach drei Beiträgen einschläft. Der Blog lohnt sich, sobald deine Angebotsseiten stehen.
Ja, aber anders. Ohne Ort ist die Konkurrenz größer, deshalb zählt die Nische umso mehr. Je genauer du beschreibst, wem du wobei hilfst, desto eher findet dich genau diese Person.
Die Grundlagen schon: klare Seiten, dein Google-Profil, die Sprache deiner Klient:innen. Wenn dir die Zeit fehlt oder du einen Blick von außen willst, findest du hier, wie ich dich unterstützen kann.
Wenn du nur vier Dinge mitnimmst:
Und fang an, auch wenn es noch nicht perfekt ist. Eine klare Seite mit drei Angeboten bringt dir mehr als die perfekte, an der du seit einem Jahr feilst.
Das meiste hier kannst du allein umsetzen. Wenn dir die Zeit fehlt oder du wissen willst, wo bei deiner Seite der Hebel liegt: Ich schaue mir das an.